Jeder ist heute mit sich allein [Teil 2]
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Katalogzettel
| Titel | Jeder ist heute mit sich allein [Teil 2] |
| Titelzusatz |
Über die moderne Tendenz, sich ständig als Opfer zu begreifen |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Koch, Alfred [Gestaltung]
[GND
]
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| Datum |
1996.10.08 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Radiosendung-Mitschnitt |
| Typ | audio |
| Format |
TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 9-28332 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Ein Mann erkrankt nach vierzig Jahren exzessiven Rauchens an Lungenkrebs. Er verklagt drei Tabakhersteller wegen mangelnder Informationen über die Gefahr des Tabaks. Eine Frau steckt ihren Hund zum Trocknen in den Mikrowellenherd. Sie verfolgt die Hersteller vor Gericht, weil die auf der Gebrauchsanweisung nicht vermerkt hatten, dass es sich um kein Trockengerät handelt. Der Mörder des Bürgermeisters von San Francisco erklärt seine Tat: er habe zu viele schlechte Nahrung "junk food", gegessen. Jeder fühlt sich als Opfer der Umstände und weint um sich selbst oder zieht vor Gericht. Was auf den ersten Blick ein typisch amerikanisches Phänomen zu sein scheint, erweist sich als "Krankheit der Moderne". Wir fühlen uns alle ständig als Opfer, meint der französische Philosoph Pascal Bruckner. Nachdem die Arbeiterklasse ihre messianische Rolle der Unterdrückten verloren hat, ist heute ein jeder in der Lage, diesen Zustand für sich zu beanspruchen.