Schmerz. Warnsystem und Provokation (4)
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Katalogzettel
| Titel | Schmerz. Warnsystem und Provokation (4) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Doblhofer, Hannes [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2001.04.12 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Natur ; Kultur ; Biologie ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80043/4 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-27827 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Schmerz ist eine Provokation, schädlich, verletzend und demütigend. Seine Wahrnehmung, bei sich und anderen, gehört zu den intimsten Erfahrungen. Eugene Ionescu hat in seinem Genre des Absurden thematisiert, welches infantiles Bedürfnis der Schmerz suggeriert: er soll aufhören, sofort und für immer. Schmerzwahrnehmung ist keine universelle Kategorie, denn Schmerzerfahrungen haben in jedem Zeitalter einen anderen Platz eingenommen. Mit dem ausgehenden Mittelalter und der Renaissance beginnen sich, Schmerz und Leid, auch in der darstellenden Kunst zu artikulieren. Die katholische Christenheit hat, gestützt durch vielfältige Legenden, den Schmerz in Märtyrerblut getaucht. Die Botschaft der Votivtafeln war eindeutig: Schmerz wurde als innere Kreuzigung gesehen. Schmerz wird in den Werken von Marquis de Sade, dem berühmtesten Pornographen in der Literaturgeschichte und dem deutschen Schriftsteller Ernst Jünger thematisiert. Es war ein Meilenstein der Anästhesie als man bei Operationen Narkose mit Lachgas, Äther, Chloroform verwendete und schmerzhemmende Medikamente einzusetzen begann. Heute zeigt die Schmerzforschung, dass Schmerz ein zentralnervöses Phänomen ist und im Gehirn "gemacht wird".