Von der Ikone zur Fahne der Revolution. Die Farbe Rot in der russischen Kunst (2)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Von der Ikone zur Fahne der Revolution. Die Farbe Rot in der russischen Kunst (2) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Patsch, Sylvia [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1998.10.06 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Bildende Kunst ; Kunstwissenschaft ; Psychologie ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80216/2 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-28337 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Rot läßt niemanden kalt. Das subjektive Wärmeempfinden verändert sich je nach Farbe. So verspürt man bei objektiv gleicher Raumtemperatur einen blauen Raum als wesentlich kälter als einen roten. Rot weckt gegensätzliche Assoziationen: die Farbe repräsentiert das Blut und die Liebe: Erotik, Leidenschaft (auch käufliche Liebe - daher Rotlichtmilieu), aber auch Aggression: "rot sehen". Das russische Wort "krasnyi" bedeutet nicht nur "rot", sondern auch "schön", "bedeutend". Auf der politischen Bühne ist rot ein Symbol der Macht, angefangen von höfischen Portraits bis zu den Fahnen der Russischen Revolution, die als Signal des Sieges über die Bourgeoisie verstanden wurden. In der religiösen Symbolsprache ist rot die Farbe der überlebensgroßen russischen Ikonen, die Farbe der "schönen roten Ecke", die in Rußland dem Herrgottswinkel in den Alpenländern entspricht. In dieser Ecke hängt statt eines Kruzifixes eine Ikone an der Wand, geschmückt mit einem roten Tuch. Die Russen entdeckten übrigens auch den Eigenwert der Farbe rot in der Kunst. 1915 malte Malewitsch ein rotes Quadrat, das die Ikone des Suprematismus, der Malerei der reinen Empfindung wurde.