Was die Welt zusammenhält. J. W. v. Goethe als Politiker, Naturforscher und Reisender (3)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Was die Welt zusammenhält. J. W. v. Goethe als Politiker, Naturforscher und Reisender (3) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Adel, Martin [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.05.27 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Literatur ; Portrait ; Germanistik und Literaturwissenschaften ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80347/3 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-28612 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Der "größte Dichter deutscher Sprache" war, sieht man den Zeitaufwand und sein Dienstverhältnis in Betracht, in erster Linie ein Politiker. In seinen vielfachen Funktionen - darunter so etwas wie Wissenschafts- und Bergbauminister - war Goethe schon allein von seiner Verantwortung her an Naturwissenschaften interessiert. Und nicht zuletzt seine vielen Aufgaben verlangten ihm eine Reisetätigkeit ab, die selbst in der überraschend mobil gewordenen Gelehrtenwelt des späten 18. Jahrhunderts ihresgleichen sucht. Trotzdem ist das Bild Goethes von seinen literarisch autobiographischen Zeugnissen und seinen dichterischen Werken her bestimmt worden und nicht von seinem unmittelbaren Tätigkeitsbereich als Zweiter Mann im Herzogentum Sachsen-Weimar. Sein Bild wird zwar datiert, bleibt aber seltsam zeitenthoben. Seltsam? Seltsam ist es nicht, vielmehr ist es typisch für eine Lebenszeit, die zur ersten Hälfte der deutschen bürgerlichen Aufklärungsepoche zuzuschlagen ist und deren zweite Hälfte - nach der Zäsur mit der Französichen Revolution - mit der Hochblüte des deutschen Idealismus zusammenfällt. Und mit der Zeit des frühen Nationalismus. Goethe wird der Zeit enthoben, er wird zum Klassiker des neuen deutschen Reichs und brauchbar für alle; bis hin zur Propagierung eines neuen Humanismus in der DDR im Zeichen des "progressiven Erbes" des "Dichterfürsten". Oder bis hin zum Klappentext eines großen deutschen Verlagshauses, wo es heißt: "Am 28. August 1999 feiert die gesittete Welt den 250. Geburtstag des größten Dichters deutscher Sprache".