Czernowitz is gewen an olte jiddische Schtot. Besichtigung eines Ortes (2)
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Katalogzettel
| Titel | Czernowitz is gewen an olte jiddische Schtot. Besichtigung eines Ortes (2) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Gaisbauer, Hubert [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.11.09 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Gesellschaft ; Urbaner Raum ; Judentum ; Radiosendung-Sendematerial |
| Örtliche Einordnung |
Czernowitz
|
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80446/2 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-28797 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Czernowitz ist heute im deutschsprachigen Raum ein Mythos zwischen Nostalgie und schlechtem Gewissen. Bis 1940 waren von den ca. 120.000 Einwohnern die Hälfte Juden. Mit seinen 60 Synagogen und Bethäusern wurde es gerne das Jerusalem am Pruth genannt und war das geistige Zentrum der Bukowina, der östlichsten Provinz der Habsburgmonarchie. Wenn man einen Stadtplan aus der Zeit vor 1918 anschaut, fühlt man sich in Altösterreich: Herrengasse, Franz-Joseph-Platz, Ringplatz, Maria-Theresien-Gasse. Inzwischen mußten die Schilder und die Namen der Straßen und Plätze dreimal geändert werden: zuerst ins Rumänische, dann ins Russische und seit 1991 ins Ukrainische. Wer heute nach Czernowitz fährt, sucht nach den Wurzeln dieses einmaligen mitteleuropäischen Experiments der Koexistenz jüdischer, deutschsprachiger und slawischer Kulturen und ihrer wechselseitigen Anregung. Man sucht das Land, in dem Menschen und Bücher lebten (Paul Celan) das zum Spielball der Politik geworden war und dessen deutschjüdische geistige Identität brutal ausgelöscht worden ist.