Die wahre Kunst als Ware. Zum Verhältnis von Kunst und Wirtschaft (2)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Die wahre Kunst als Ware. Zum Verhältnis von Kunst und Wirtschaft (2) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Adel, Martin [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
1999.11.23 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Wirtschaft ; Bildende Kunst ; Wirtschaftswissenschaften ; Handwerk und Gewerbe ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80460/2 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-28809 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Es ist wahr: Die Kunst im Zeitalter der Reproduzierbarkeit hat - anders als vermutet - nichts von ihrer "Aura" verloren. Wer große Kunstmessen in Basel oder Köln, Berlin oder Paris besucht, sieht es am Publikum. Die begüterte Welt findet im erlesenen Geschmack ihre distinktive Ergänzung. Kunst ist in den meisten Fällen solitär oder zumindest rar. Man muß sie nicht teilen. Zur Distinktion kommen also noch Besitz und - mit dem Besitz - Anlagewert hinzu. Und nicht zuletzt Eigenwerbung. Das ist noch nicht alles. Der Künstler ist innovativ. So heißt es. Also liegt es auf der Hand, daß sich beide die Hände reichen und reiben. Es heißt auch: Man muß die kreativen Potentiale nützen. Und: Das sei die bislang am wenigsten genutzte Ressource. Es ist nur auch so, daß der Markt nicht gerecht ist. Der Markt - auch der Kunstmarkt - steht nicht im freien Wettbewerb, sondern im Verdrängungswettbewerb. Längst macht nicht das Kunstwerk allein die Kunst aus. Der Künstler gehört dazu. Einerseits ist das banal, denn in bestimmter Weise war das immer schon so, aber seit Markt und Wirtschaft ihn als potentiellen Partner sehen, muß auch er zum Strategen werden. Oder nicht? Sind die Marktpreise für Kunst tatsächlich das Spiegelbild von Qualität? Welche Rolle spielen Moden oder Modeströmungen im entgrenzten Kunstverständnis von heute? "Anything goes", aber es muß "something special" sein.