Die nagende Unruhe. Das Phänomen Eifersucht (2)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Die nagende Unruhe. Das Phänomen Eifersucht (2) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Perz, Teresa [Gestaltung]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2001.02.27 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Gesellschaft ; Psychologie ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80602/2 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29020 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Eifersucht kann Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Rund 80% aller Frauen und Männer leiden daran - so fand eine repräsentative Umfrage in Deutschland heraus. Amerikanische Forscher ermittelten, Eifersucht ist ein Gefühl, das zunimmt: 1/3 aller Männer und Frauen bezeichnen sich als "extrem eifersüchtig". Das sind dreimal mehr als noch vor 20 Jahren. Hinter diesem Ansteigen steckt eine gesellschaftliche Entwicklung, in der dauerhafte Beziehungen selten geworden sind, in der man Halt beim anderen sucht. Eifersucht ist auch die Sehnsucht nach Vertrauen und Geliebtwerden, kann auch ein Verlangen nach völliger Ausschließlichkeit der Beziehung zum Partner sein. Männer fürchten mehr den sexuellen Betrug, Frauen mehr die emotionale Zurückweisung. Man unterscheidet zwischen normaler Eifersucht als Reaktion auf drohenden Liebesverlust und krankhafter Eifersucht die therapeutische Behandlung nötig macht. Es sind Menschen mit Abtrennungsproblemen die unter diesem aushöhlenden, kräftezehrenden Gefühl von Isolation und Niederlage leiden. Man argwöhnt Betrug, wo keiner besteht. Eifersucht entspringt einem geringen Selbstwertgefühl. In südlichen Kulturen hat die Eifersucht im Rahmen des Machismo mehr die Dimension von Ehrverletzung und Besitzstörung. Rezepte gegen Eifersucht gibt es nicht. Am wichtigsten ist das Gespräch mit dem Partner. Wer es schafft, dem anderen einzugestehen, dass seine Eifersucht nicht dem Besitzdenken entspringt, sondern der Angst, den anderen zu verlieren, hat meist schon einen großen Schritt vorwärts gemacht.