Stimmungen. Über die Relativität von Ganz- und Halbtonschritten (4)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Stimmungen. Über die Relativität von Ganz- und Halbtonschritten (4) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Gross, Martin [Gestaltung]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2002.08.01 [Sendedatum] 2001.07.12 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Musik ; E-Musik ; Musikwissenschaft ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80608/4 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29045 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Er zählt zu den unabdingbaren Grundlagen des gemeinsamen Musizierens, sich auf eine Stimmung zu einigen, also festzulegen, wie groß der Frequenzabstand zwischen zwei Tönen sein soll. Die Entwicklung dieses Prozesses ist kulturspezifisch und erstreckt sich jeweils über mehrere Jahrhunderte. Die sogenannte "reine Stimmung" stand in Europa am Anfang und basiert auf dem Grundgedanken, die Oktave in 12 völlig gleiche Halbtonschritte zu unterteilen. Der Nebeneffekt dieser reinen Stimmung: auf einem zum Beispiel in C "rein" gestimmten Instrument kann auch nur in C-Dur gespielt werden. Spielt man in einer anderen Tonart, so stimmen die Frequenzverhältnisse nicht mehr, die Musik klingt falsch. Jedenfalls ist es ein Erlebnis, alte Musik in reiner Stimmung gesungen und gespielt zu hören. Um dieses Problem zu umgehen, wurde im 17. Jahrhundert die wohltemperierte Stimmung (von "temperieren" = mäßigen, regeln) eingeführt. Die 12 ehemals gleichen Halbtonschritte wurden geringfügig verändert, um die Instrumente in allen Tonarten spielbar zu machen. Ein anderer Fragenkomplex ist der: früher war der Stimmton "a" mit 415 Hz einen Halbton tiefer definiert als heute mit rund 442 Hz. Verfälscht man also mit der modernen Stimmung die Klangvorstellung der alten Meister?