Speed. Atemlosigkeit in Echtzeit (1)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Speed. Atemlosigkeit in Echtzeit (1) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Siller, Ursula [Gestaltung]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2000.04.10 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Gesellschaft ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80609/1 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29046 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Schnell ist nicht genug. Die Lösung lautet: immer schneller. Schneller als gestern, als heute morgen, schneller als gedacht. Wir sparen Zeit und haben keine. Hundertstelsekunden entscheiden über Sieg oder Niederlage eines Sportlers, Börsenspekulanten frönen einer neuen Extremsportart: Daytrading führt innert kürzester Zeit zu Reichtum oder Pleite, Computer verheissen Geschwindigkeitsrekorde. "Am Computer kann man beispielhaft studieren, wie die Beschleunigung des Stillstands zum Hauptziel der Technologie geworden ist." schreibt der Schriftsteller Peter Glaser. Merkbar ist die "beschleunigte Echtzeit" nicht immer. Sie setzt Wissen voraus: daß zum Beispiel der Computerbildschirm nur deshalb nicht mehr flimmert, weil das Bild beschleunigt aufgebaut wird. Daß Jugendliche mit den schnellen Schnittfolgen eines Videoclips keine Probleme haben, weil ihre Aufmerksamkeit anders geschult wurde als die älterer Menschen. Wissenschafter diskutieren den Einfluß der beschleunigten Wahrnehmung auf die Gehirnentwicklung zukünftiger Generationen. Wir haben uns daran gewöhnt, und merken gar nicht mehr, daß Musikstücke heute schneller gespielt werden, als vor einigen Jahren. Die Hintergrundmusik von Fernsehbeiträgen, auch Filmmusik, arbeitet mit schnelleren Rhytmus. Ob die Wahrnehmung von Geschwindigkeit, die in realen Hochgeschwindigkeitszügen und virtuellen Flugsimulatoren erworden wurde, von Kindern und Jugendlichen als Aufforderung zur Ungeduld verstanden wird oder - wer weiß? - zur einer Neubewertung, einer Wertschätzung der Langsamkeit führt, bleibt abzuwarten.