Unverloren - trotz allem. Zum 30. Todestag von Paul Celan (4)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Unverloren - trotz allem. Zum 30. Todestag von Paul Celan (4) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Gaisbauer, Hubert [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2000.04.20 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Literatur ; Gesellschaft ; Portrait ; Lyrik ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80612/4 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29061 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Paul Celan, der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache seit 1945, wäre heuer 80 Jahre alt geworden, wenn er nicht vor dreissig Jahren unter dem unerträglichen Druck der "drastischen Schuld der Verschonten" seinem Leben ein Ende bereitet hätte. In Czernowitz geboren, wo sich seine Eltern durch und durch als Österreicher gefühlt hatten, ist er, der Davongekommene, nach der Ermordung der Eltern durch die Nazis zuerst nach Bukarest, dann nach Wien und schließlich nach Paris gegangen. Celan dachte, in Wien Aufnahme zu finden, denn das Erreichbare, fern genug, das zu Erreichende hieß Wien (Paul Celan). Mit der Sprache, die unverloren blieb, obwohl sie die Sprache der Mörder war, suchte er nach den tausend Finsternissen todbringender Rede Standort, Orientierung und Wirklichkeit für sein Leben. Paul Celans Poetik und die Analyse und Interpretation seines Werkes sind ein reiches Betätigungsfeld für Literaturwissenschaft und Philologie. Doch die Botschaft seiner Gedichte, in denen er nur entfernt verstanden werden wollte - und die doch gleichzeitig ein verzweifeltes Gespräch sind und auf ein ansprechbares Du zuhalten, auf Herzland vielleicht, diese Botschaft einer legitimen und legitimierten Lyrik "nach Auschwitz" gilt es noch immer und immer neu zu entdecken.