Die Tränen der Turandot. Über die Dramaturgie des Fremden in der Oper (1)
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Radiokolleg
Katalogzettel
| Titel | Die Tränen der Turandot. Über die Dramaturgie des Fremden in der Oper (1) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Engelhardt-Krajanek, Margarethe [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2000.05.29 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Musik ; E-Musik ; Vokalmusik - Oper ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80729/1 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29275 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Er bezaubert und fasziniert durch seine Exotik und versetzt im gleichen Atemzug seine Mitmenschen in Angst und Schrecken: Der Fremde. Ob er als Attila in Verdis Italien hereinbricht und die Töchter des Landes rauben will oder als Mohr die Venezianische Flotte befehligt: Es ist der Fremde, der Außenseiter, der die scheinbare Harmonie einer Gemeinschaft stört - und ihre Schwachstellen sichtbar werden läßt. So wird der Reiz des Exotischen bereits seit seinen Anfängen als wirksamer Theatereffekt eingesetzt. Und obwohl das aufgeklärte Bürgertum nach der französischen Revolution mit Begriffen wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in das 19. Jahrhundert aufgebrochen ist, zeigt sich - nicht zuletzt am Beispiel vieler Opernlibretti - wie schwer es ein Fremder in einer Gemeinschaft der Gleichen hat, wenn er überleben will. Das Exotische wird aber auch als Stilmittel eingesetzt, um die Brisanz einer Geschichte in eine Kunstwelt zu verpacken, und so für das Publikum konsumierbar zu machen. So stellt die männermordende Turandot ihre verhängnisvollen Rätsel im fernen China, werden biblische und altgriechische Ambiente bemüht, um dem Schrecken dämonisierter Frauenfiguren Luft zu machen. Und um diese Exotik auch musikalisch zu übersetzen, werden neue Instrumente, werden irritierende Arrangements verwendet.