"Wider Erwarten Hoffnung" Ukrainische Literatur (3)
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Katalogzettel
| Titel | "Wider Erwarten Hoffnung" Ukrainische Literatur (3) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Cybenko, Larysa [Gestaltung]
[GND
]
Gaisbauer, Hubert [Gestaltung] [GND ] ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2001.10.17 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Literatur ; Linguistik ; Germanistik und Literaturwissenschaften ; Radiosendung-Sendematerial |
| Örtliche Einordnung |
Ukraine
|
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80827/3 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29470 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Die leidvolle Geschichte der ukrainischen Sprache als eigenständige und zweitgrößte slawische Sprache ist untrennbar mit der nationalen und kulturellen Identität der Ukraine verknüpft. Trotz russischer Zensur und Druckverbote entwickelte sich im 19. Jahrhundert - Hand in Hand mit nationalen und sozialen Bestrebungen - eine ukrainische Literatursprache, deren erster hervorragender Vertreter Taras Schwetschenko (1814 - 1861) war. Als freigekaufter Leibeigener kannte und artikulierte er die Nöte der Landbevölkerung, was seitens der zaristischen Obrigkeit mit Schreibverbot und Verbannung geahndet wurde. Gesellschaftskritische Tendenzen prägen auch das vielschichtige realistische Werk des Westukrainers Iwan Franko (1856 - 1916). Die weibliche Stimme unter den Großen der ukrainischen Literatur gehört Lesja Ukrainka (1871 - 1913). In ihren Gedichten und symbolträchtigen Dramen (z.B. "Das Waldlied", "Kassandra") wendet sie sich gegen die Unterdrückung der Individualität und warnt vor ideologischer Phraseologie. Als einer der bedeutendsten Vertreter der ukrainischen Dichtung des 20. Jahrhunderts schließlich steht Wassyl Stus (1938 - 1985). Er verbrachte den größten Teil seines Lebens nach 1973 wegen "antisowjetischer Agitation und Propaganda" in unmenschlichen Straflagern, wo er 1985 schließlich auch starb. Stus gilt als Gewissen seines Volkes und als Bahnbrecher der neuen ukrainischen Lyrik.