Drama der zerbröckelnden Subjekte. Ödön von Horváths Universum der Uneigentlichkeit. Zum 100. Geburtstag des Dichters (3)
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Katalogzettel
| Titel | Drama der zerbröckelnden Subjekte. Ödön von Horváths Universum der Uneigentlichkeit. Zum 100. Geburtstag des Dichters (3) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Moser, Gerhard [Gestaltung]
[GND
]
Weichinger, Robert [Gestaltung] [GND ] ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2001.12.05 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Literatur ; Portrait ; Germanistik und Literaturwissenschaften ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80878/3 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29607 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Die Fakten sind bekannt: Am 1. Juni 1938 tobt ein Gewitter über Paris. Gegen halb acht Uhr abends geht ein Mann über die Champs-Élysées. Just in dem Moment wird ein alter Kastanienbaum vom Blitz getroffen. Ein Ast bricht ab und trifft den Mann am Hinterkopf. Man bringt ihn in die Klinik Paul Marmotton in der nahen Rue d'Armaille. Er ist aber schon tot. Zwei Tage später schreibt Joseph Roth in einem Nachruf in der "Pariser Tageszeitung": Ödon von Horváth, einer der besten österreichischen Schriftsteller, deutschsprachiger Ungar von Geburt, ist vorgestern in Paris das Opfer eines jener Unfälle geworden, die wir als "sinnlos" zu bezeichnen pflegen, weil uns das Unerklärliche sinnlos erscheint. Horváths früher Tod - der Dichter war erst 37 Jahre alt, als er starb - markiert den Beginn seiner bis heute andauernden Renaissance, die Umstände, unter denen er ums Leben kam, waren seine Unsterblichkeit "förderlich". Doch nicht alles ist Mythos. Darüber hinaus gibt es auch ganz handfeste, um nicht zu sagen, profane Gründe, warum Ödön von Horváth nach wie vor zu den wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt: Stücke wie Prosa zeichnet diese "aufgeladene" Atmosphäre aus, es liegt was (Ungeheuerliches) in der Luft. Dazu kommt die epigrammatische Schärfe, die durch die lyrische Eigenart des Dialogs gemildert wird. Horváth ist ein moderner Autor, weil sein Vermögen, die Labilität von Figuren in aller Brüchigkeit vorzuführen, aktuell geblieben ist.