Der stille Gigant. Zum 100. Geburtstag von Ernst Krenek (3)
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Katalogzettel
| Titel | Der stille Gigant. Zum 100. Geburtstag von Ernst Krenek (3) |
| Spieldauer | |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Doblhofer, Hannes [Gestaltung]
[GND
]
ORF Radio Österreich 1 [Sendeanstalt] |
| Datum |
2000.08.23 [Sendedatum] |
| Schlagworte | Bildung ; Gesellschaft ; Portrait ; Radiosendung-Sendematerial |
| Typ | audio |
| Format |
DFMP3 [Dateiformat: MP3] DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV] TKA [Tonband auf Kern (AEG)] |
| Nummern |
80952/3 [Katalognummer] |
| Sprache |
Deutsch |
| Signatur | 10-29793 |
| Gesamtwerk/Reihe | Radiokolleg |
Information
Inhalt
Er war Journalist, Philosoph, Literat und Komponist, er war ein pedantisch genauer Mensch, ein österreichischer Patriot und Gegner der Nazis. Seine mehr als tausend Seiten umfassenden Memoiren werfen Licht auf die Kulturgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Umfangreich und stilistisch vielseitig ist das Oeuvre des nach Selbstaussage "mühelos Komponierenden". Von der Mahler-Nachfolge der frühen Symphonie führte es über komplexe Atonalität, Neoklassizismus und Neoromantik schließlich zur Hinwendung zur Zwölftontechnik. 1938 muß Krenek flüchten, eine halbherzig betriebene Rückholung nach dem Krieg besiegelte sein Emigrantenschicksal. Er war ein "politischer" Künstler, ein Provokateur ohne agitatorischen Impetus - und er ist heute hochaktuell. In Wien verhinderte 1934 eine austrofaschistische Intrige die Uraufführung seines Werkes "Karl V", in Deutschland hatten sich die Nationalsozialisten "Jonny", den schwarzen Helden, zum kulturpolitischen Feindbild erkoren - sein Konterfei zierte das Plakat für die Ausstellung "Entartete Musik". Als Ernst Krenek 1991 starb, verschwand einer der letzten Komponisten alten Schlags, der seine Kunst immer noch aus einer zu stiftenden "Einheit der Persönlichkeit" ableitete. Krenek mißachtete alle Moden einer zunehmend marketing-orientieren "Szene", er war aufgeklärter Modernist und fühlte sich auch in seiner letzten Schaffensperiode unverstanden.