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Prostitution unter dem Doppeladler

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Erbe Österreich

Katalogzettel

Titel Prostitution unter dem Doppeladler
Urheber/innen und Mitwirkende Fuchs, Patrice [Gestaltung]
ORF 3 [Sendeanstalt]
Datum 2022.04.05 [Sendedatum]
2022 [Produktionsdatum]
Schlagworte Gesellschaft ; Dokumentation ; Österreichisch-Ungarische Monarchie ; TV-Mitschnitt
Typ video
Format DFMPG [Dateiformat: MPG]
Sprache Deutsch
Signatur E52-27918
Gesamtwerk/Reihe Erbe Österreich

Information

Inhalt

[Senderinformation] Das Geschäft mit der Liebe, war immer vor allem eins: Ein Geschäft. Junge, mittellose Frauen waren die Ware. Sie auszubeuten war nicht schwer. Nicht die Geschichtsbücher, sondern Gerichtsakten, Zeitungsartikel, Tagebücher oder ein längst vergessener Bordellroman dokumentieren das Leben von Prostituierten um 1900.

Gerichtsakten, stumme Zeitzeugen
Der Fall der Komtesse Mizzi ist eines der spektakulärsten Prostitutions-Gerichtsverfahren um 1900. Mizzi Veith war nicht auf den Mund gefallen und flott unterwegs. Dass ihr Vater immer in der Nähe war und mit den feinen Herren verhandelte bevor sie mit Mizzi ins Separee gingen, machte ihn für viele verdächtig. Schließlich kam es zum Verfahren gegen ihn wegen Kuppelei. Seit ihrem 12. Lebensjahr hatte Marcel Veith das Mädchen an sexuelle Handlungen gewöhnt und sie ab ihrem 14. Lebensjahr an Herren verkauft. Er und die Mutter, Anna Veith, lebten gut von ihrem „Schandlohn“.
Aus den Polizei-Akten kann man auch herauslesen, dass sich um 1900 auffallend viele Frauen unter den BordellbetreiberInnen und „UnterstandsgeberInnen“ finden. Man sollte aber nicht dem Irrtum unterliegen, dass die Frauen rücksichtsvoller zu den Prostituierten sind, als die männlichen Kollegen. Noch eines haben BordellbetreiberInnen beider Geschlechter gemein: sie verdienen gutes Geld. Für die Prostituierten bleibt kaum etwas über. Sie werden geschröpft, bis sie nicht mehr können, und dann in niedere Etablissements verkauft.
Auch auf Madame Riehl trifft das zu. Sie kommt 1906 wegen Kuppelei vor Gericht und zeigt sich gar nicht einsichtig. Dabei hat sie die Frauen wie in einem Gefängnis gehalten. Nicht einmal Kleider durften sie tragen, damit sie ihr nicht davon laufen. Lohn bekam man bei Madame Riehl keinen, dafür Schläge.

„Prostitution unterm Doppeladler“ erzählt vom Leben der Frauen und Männer um 1900, insbesondere vom Leben der Prostituierten und von deren sexueller Ausbeutung durch Männer, die auf allen Ebenen mächtiger waren als sie. Sie hatten die Macht über das Wort, über das Geld und über das Gesetz.

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