Oral-History-Interview mit Carla-Amina Baghajati
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Vielsprachiges Gedächtnis der Migration
Katalogzettel
| Titel | Oral-History-Interview mit Carla-Amina Baghajati |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Baghajati, Carla Amina [Interviewte/r]
[GND
]
Traska, Georg [Kamera] [GND ] Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ] M. [Interviewer/in] Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften [Veranstalter] Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber] |
| Datum |
2024.04.23 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Kultur ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Religion ; Unveröffentlichte Aufnahme |
| Typ | video |
| Format |
DOV [Digitales Original Video] |
| Sprache |
Deutsch |
| Gesamtwerk/Reihe | Vielsprachiges Gedächtnis der Migration |
Information
Inhalt
Ein Interview mit Carla Amina Baghajati würde man vielleicht nicht in einer Sammlung migrationsbiografischer Interviews erwarten, denn Menschen aus Deutschland werden in Österreich gemeinhin nicht als „Migrant*innen“ angesehen, auch wenn sie in Statistiken als solche aufscheinen. In Hinblick auf persönliche Erfahrungen von „Migration“ ist Frau Baghajatis Erzählung aber nicht nur durch ihre Bildungsmigration aus Mainz – um in Wien Schauspiel zu studieren – aussagekräftig, sondern auch, weil sie sowohl als das Kopftuch tragende Muslima als auch als Partnerin eines aus Syrien stammenden Mannes (auch mit Tarafa Baghajati wurde in diesem Projekt ein Interview geführt) verschiedene Momente der „Fremdmachung“ erlebte, auf die sie in ihrer Erzählung gleichwohl mit einer gewissen ironischen Distanz blicken kann.
Generell hat sie ein ausgeprägtes Gefühl für feine gesellschaftliche Spannungen, die sie bereits als Jugendliche in Deutschland wahrnahm und die auf unterschiedlichen Differenzen beruhten: auf religiösen (in ihrer Elterngeneration „katholisch gegenüber evangelisch“), auf Vertreibungshintergrund (im Fall ihrer Mutter aus der Tschechoslowakei), auf innerdeutschen Sprachvarianten (Dialekten). So entsteht in der Erzählung ein Bild vielfältiger, einander unterschiedlich überlagernder Differenzordnungen innerhalb einer Biografie – einige davon essentiell mit Migration verknüpft, deshalb aber nicht unbedingt gewichtiger als andere. Und diese Vielfalt an sozialen Differenzen spiegelt sich auch in Frau Baghajatis Strategien wider, mit denen sie absichtsvollen Handlungen der Ausgrenzung oder subtileren Momenten des „Otherings“ begegnete.
Das Interview wurde 2024 von Martha in der WMS/RG/ORG Antonkriegergasse in Wien geführt – im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF).
Generell hat sie ein ausgeprägtes Gefühl für feine gesellschaftliche Spannungen, die sie bereits als Jugendliche in Deutschland wahrnahm und die auf unterschiedlichen Differenzen beruhten: auf religiösen (in ihrer Elterngeneration „katholisch gegenüber evangelisch“), auf Vertreibungshintergrund (im Fall ihrer Mutter aus der Tschechoslowakei), auf innerdeutschen Sprachvarianten (Dialekten). So entsteht in der Erzählung ein Bild vielfältiger, einander unterschiedlich überlagernder Differenzordnungen innerhalb einer Biografie – einige davon essentiell mit Migration verknüpft, deshalb aber nicht unbedingt gewichtiger als andere. Und diese Vielfalt an sozialen Differenzen spiegelt sich auch in Frau Baghajatis Strategien wider, mit denen sie absichtsvollen Handlungen der Ausgrenzung oder subtileren Momenten des „Otherings“ begegnete.
Das Interview wurde 2024 von Martha in der WMS/RG/ORG Antonkriegergasse in Wien geführt – im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF).