Oral-History-Interview mit Sedat Pero
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Vielsprachiges Gedächtnis der Migration
Katalogzettel
| Titel | Oral-History-Interview mit Sedat Pero |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Pero, Sedat [Interviewte/r]
[GND
]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ] Traska, Georg [Kamera] [GND ] Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften [Veranstalter] Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber] |
| Datum |
2024.05.07 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Kultur ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Germanistik und Literaturwissenschaften ; Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft und Medienwissenschaft ; Sprache ; Kulturpolitik ; Unveröffentlichte Aufnahme |
| Typ | video |
| Format |
DOV [Digitales Original Video] |
| Sprache |
Deutsch |
| Gesamtwerk/Reihe | Vielsprachiges Gedächtnis der Migration |
Information
Inhalt
Sedat Pero kam 1998 als junger Mann nach Österreich, konnte hier sein Pädagogikstudium abschließen und unterrichtet an einer Mittelschule in Wien Englisch und Werken. Er wuchs zweisprachig kurdisch/türkisch im kurdisch dominierten Osten der Türkei auf, studierte Anglistik in Diyarbakir und arbeitete vor seiner Emigration noch kurz als Lehrer in Kayseri, in einem in seiner Perspektive sehr repressives Klima.
Im Interview stellt er die beiden „Leben“ in der Türkei und Österreich einander gegenüber und betont, dass er schon als Kind die Türkei verlassen wollte und nur in Europa die Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung fand, die er anstrebte: in literarischer Tätigkeit, Theaterarbeit und als Reisender – neben seinem Lehrberuf. Integration sei für den Abenteuerlustigen keine Schwierigkeit gewesen, er sei ins neue Leben gesprungen wie ein Fisch – und von hier aus kritisiert er Immigrant*innen, die sich weniger mit Österreich als Land, mit seiner Geschichte und Kultur auseinandergesetzt hätten. Er habe von Anbeginn vor allem österreichische Freunde gehabt, er sei in österreichische Lokale gegangen – und sei dafür von manchen Landsleuten komisch angeschaut worden. Er stellt sich dabei sehr entschieden auf die Seite der gesellschaftlichen und politischen Werte sowie auf die Seite der „Kultur“ Europas und kritisiert Migrant*innen, die sich kulturell isolieren, unter anderem aus religiösen Gründen.
Auf die Frage von Sarah – die ihrerseits aus einer kurdisch-türkischen Familie kommt, aber nicht mehrsprachig aufwuchs – spricht Sedat Pero ausführlich über sein mehrsprachiges Aufwachsen, die Unterdrückung der kurdischen Sprache in der Türkei, die Verinnerlichung der Abwertung ihrer Sprache durch die Kurden selbst und über die Fortsetzung der Marginalisierung des Kurdischen gegenüber dem Türkischen in der Diaspora. Die Sprache ist mithin jener kulturelle Gegenstand, dessen Erhalt innerhalb einer ansonsten weitgehend westlich-europäischen Ausrichtung Sedat Pero besonders wichtig ist. Zuletzt spricht er viel über Essen und Kochen, als einer weiteren persönlichen Leidenschaft und mit diversen Herkunftsbezügen.
Im Interview stellt er die beiden „Leben“ in der Türkei und Österreich einander gegenüber und betont, dass er schon als Kind die Türkei verlassen wollte und nur in Europa die Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung fand, die er anstrebte: in literarischer Tätigkeit, Theaterarbeit und als Reisender – neben seinem Lehrberuf. Integration sei für den Abenteuerlustigen keine Schwierigkeit gewesen, er sei ins neue Leben gesprungen wie ein Fisch – und von hier aus kritisiert er Immigrant*innen, die sich weniger mit Österreich als Land, mit seiner Geschichte und Kultur auseinandergesetzt hätten. Er habe von Anbeginn vor allem österreichische Freunde gehabt, er sei in österreichische Lokale gegangen – und sei dafür von manchen Landsleuten komisch angeschaut worden. Er stellt sich dabei sehr entschieden auf die Seite der gesellschaftlichen und politischen Werte sowie auf die Seite der „Kultur“ Europas und kritisiert Migrant*innen, die sich kulturell isolieren, unter anderem aus religiösen Gründen.
Auf die Frage von Sarah – die ihrerseits aus einer kurdisch-türkischen Familie kommt, aber nicht mehrsprachig aufwuchs – spricht Sedat Pero ausführlich über sein mehrsprachiges Aufwachsen, die Unterdrückung der kurdischen Sprache in der Türkei, die Verinnerlichung der Abwertung ihrer Sprache durch die Kurden selbst und über die Fortsetzung der Marginalisierung des Kurdischen gegenüber dem Türkischen in der Diaspora. Die Sprache ist mithin jener kulturelle Gegenstand, dessen Erhalt innerhalb einer ansonsten weitgehend westlich-europäischen Ausrichtung Sedat Pero besonders wichtig ist. Zuletzt spricht er viel über Essen und Kochen, als einer weiteren persönlichen Leidenschaft und mit diversen Herkunftsbezügen.
Interviewerin: Sara