Oral-History-Interview mit Miftar Tërshnjaku
Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Vielsprachiges Gedächtnis der Migration
Katalogzettel
| Titel | Oral-History-Interview mit Miftar Tërshnjaku |
| Urheber/innen und Mitwirkende |
Tërshnjaku, Miftar [Interviewte/r]
Sejrani, Iman [Interviewer/in] Tota, Dorina [Übersetzer/in/Dolmetscher/in] Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ] Traska, Georg [Kamera] [GND ] Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften [Veranstalter] Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber] |
| Datum |
2024.11.18 [Aufnahmedatum] |
| Ort |
Wien [Aufnahmeort]
|
| Schlagworte | Gesellschaft ; Kultur ; Humor ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Lyrik ; Unveröffentlichte Aufnahme |
| Typ | video |
| Format |
DOV [Digitales Original Video] |
| Sprache |
Albanisch |
| Gesamtwerk/Reihe | Vielsprachiges Gedächtnis der Migration |
Information
Inhalt
Das Interview mit Miftar Tërshnjaku führte Iman Sejrani 2024 in albanischer Sprache, im Rahmen der Lehrveranstaltung „Mehrsprachigkeit und Zugehörigkeit in der Migrationsgesellschaft“ (Universität Wien, Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Institut für Germanistik) und ihres Erasmus-Stipendiums in Wien, sowie innerhalb des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF).
Das Interview ist thematisch vielfältig. Es handelt ausführlich von Ausbildung und Arbeit, weniger von Privatem, Herr Tërshnjaku präsentiert aber auch Beispiele seiner humorvollen Gedichte auf Albanisch und in deutscher Übersetzung. Er ist der einzige von knapp hundert Interviewten des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“, der nicht nur von seinen großen Anstrengungen um berufliche Bildung berichtet, sondern auch ehrlich zum Ausdruck bringt, dass die Arbeit unter seinem Ausbildungsniveau als studierter Agrarwissenschaftler seinen Stolz verletzt. Dies hindert ihn aber nicht daran, sehr lebendig von seiner Tätigkeit im Verkauf von Tickets klassischer Musik zu erzählen und detailliert auf die sprachlichen oder ethnisch- nationalen Klassierungen durch potenzielle Käufer:innen im Straßenraum einzugehen, sowie darauf, wie er bewusst mit diesen spielt. So wird in der Erzählung der Markt des Ticketverkaufs zu einem Markt des sozialen Kapitals, auf den der kosovo-albanische Migrant trifft und den er geschäftlich für sich zu nutzen sucht. Das Ringen um Handlungsmacht unter den vielfach erschwerten Bedingungen der Migration schärft die Intelligenz des Erzählers auf eindrucksvolle Weise.
Das Interview ist thematisch vielfältig. Es handelt ausführlich von Ausbildung und Arbeit, weniger von Privatem, Herr Tërshnjaku präsentiert aber auch Beispiele seiner humorvollen Gedichte auf Albanisch und in deutscher Übersetzung. Er ist der einzige von knapp hundert Interviewten des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“, der nicht nur von seinen großen Anstrengungen um berufliche Bildung berichtet, sondern auch ehrlich zum Ausdruck bringt, dass die Arbeit unter seinem Ausbildungsniveau als studierter Agrarwissenschaftler seinen Stolz verletzt. Dies hindert ihn aber nicht daran, sehr lebendig von seiner Tätigkeit im Verkauf von Tickets klassischer Musik zu erzählen und detailliert auf die sprachlichen oder ethnisch- nationalen Klassierungen durch potenzielle Käufer:innen im Straßenraum einzugehen, sowie darauf, wie er bewusst mit diesen spielt. So wird in der Erzählung der Markt des Ticketverkaufs zu einem Markt des sozialen Kapitals, auf den der kosovo-albanische Migrant trifft und den er geschäftlich für sich zu nutzen sucht. Das Ringen um Handlungsmacht unter den vielfach erschwerten Bedingungen der Migration schärft die Intelligenz des Erzählers auf eindrucksvolle Weise.