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Gespräch mit dem Wiener Kulturarbeiter Raoul Blahacek

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Zeitzeugen aus der Buchbranche

Katalogzettel

Titel Gespräch mit dem Wiener Kulturarbeiter Raoul Blahacek
Titelzusatz Buchmenschen erzählen
Urheber/innen und Mitwirkende Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Blahacek, Raoul [Interviewte/r] [GND ]
Datum 2025.04.29 [Aufnahmedatum]
Ort Wien, Schwarzenbergpark [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Medien und Kommunikation ; Interview ; Printmedien ; Arbeitsbedingungen ; Kulturpolitik ; Kalter Krieg ; Unveröffentlichte Aufnahme
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
Typ audio
Format DFMP3 [Dateiformat: MP3]
DFWAV [Dateiformat: Broadcast WAV]
Gesamtwerk/Reihe Zeitzeugen aus der Buchbranche

Information

Inhalt

Raoul Blahacek, geboren 1948, bezeichnet sich selbst als Kulturarbeiter. Er war zunächst bei der Österreichischen Gesellschaft für Literatur tätig und leitete später das Literaturreferat der Stadt Wien. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen im literarischen Leben Wiens seit den 1970er-Jahren.

Blahacek begann seine Laufbahn nach dem Germanistikstudium 1975 bei der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, wo er bis Mitte der 1980er-Jahre tätig war. Er beschreibt diese Institution als einen zentralen Veranstaltungsort des literarischen Lebens, dessen Programme durch etablierte Strukturen und ein spezifisches bürgerliches Publikum bestimmt waren. Gleichzeitig entstanden neue Orte und Formate, die zur Öffnung der Literaturszene beitrugen.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf seiner Tätigkeit in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Blahacek beschreibt organisatorische Abläufe, internationale Kontakte sowie die Rolle persönlicher Netzwerke in der Programmarbeit. Dabei thematisiert er auch Spannungen zwischen etablierten Positionen und neuen Entwicklungen innerhalb der literarischen Öffentlichkeit, insbesondere zwischen einem bürgerlich-traditionellen Literaturverständnis und einer neuen, „wilden“, avantgardistisch geprägten Szene, die sich teilweise eigene Räume und Strukturen schuf.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft seine Tätigkeit im Literaturreferat der Stadt Wien, das er ab Mitte der 1980er-Jahre leitete. Blahacek beschreibt Förderpraxis, Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren sowie institutionelle Rahmenbedingungen. Er geht auf begrenzte finanzielle Spielräume ein und hebt die Bedeutung öffentlicher Förderung sowie die zunehmende Formalisierung von Entscheidungsprozessen hervor. Zudem betont er die zentrale Rolle von Preisen und Stipendien. Darüber hinaus thematisiert er strukturelle Bedingungen des Literaturbetriebs, darunter geringe Auflagen, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Rolle von Netzwerken.

Das Gespräch zeigt die Entwicklung des literarischen Lebens in Wien im Zusammenspiel von institutionellen Strukturen, Fördermechanismen und persönlichen Netzwerken und verdeutlicht den Wandel von stärker etablierten zu differenzierten und pluralen Organisationsformen im Literaturbetrieb seit den 1970er-Jahren.
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt. (Buchmenschen erzählen)
Schlagworte: Oral History, Kulturpolitik, Literaturförderung, Literaturvermittlung, Literarische Öffentlichkeit, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Kulturabteilung der Stadt Wien, Wolfgang Kraus, Reinhard Urbach, Ernst Wolfram Marboe, Helmut Zilk, Alfred Kolleritsch, Alte Schmiede,ORF, Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Zsolnay Verlag, Residenz Verlag, Lesungen, Verlagsförderung, Literaturpreise, Kulturverwaltung, Förderinstrumente, Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Ostblock, Europäische Integration

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