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Oral-History-Interview mit Andrea Schopf-Balogh - Ausschnitt

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Katalogzettel

Titel Oral-History-Interview mit Andrea Schopf-Balogh - Ausschnitt
Titelzusatz Ausschnitt
Spieldauer
Mitwirkende Schopf-Balogh, Andrea [Interviewte/r]
Kemele, Kata [Interviewer/in]
Schopf-Balogh, Andrea [Übersetzer/in/Dolmetscher/in]
Traska, Georg [Tontechniker/in] [GND ]
Traska, Georg [Kamera] [GND ]
Österreichische Akademie der Wissenschaften [Veranstalter]
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung [Fördergeber]
Datum 2024.12.19 [Aufnahmedatum]
Ort Baden [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Kultur ; Migration ; Interview ; Geschichtswissenschaft ; Bildung und Schulwesen ; Familie ; Marxismus und Kommunismus ; Sozialismus und Sozialdemokratie ; Sprache ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Österreich
Ungarn
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ video
Format DFFFV1 [FFV1-Codec im AVI-Container]
DFFLV [Dateiformat: FLV]
Sprache Ungarisch
Signatur Österreichische Mediathek, e50-01027_b01_k02, e50-01027_b01
Medienart avi-Videodatei

Information

Inhalt

Andrea Schopf-Balogh wuchs in den 1970er und 80er Jahren in Budapest auf. In der Wohnung ihrer Herkunftsfamilie und in ihrer heutigen Wohnung in Baden bei Wien gab und gibt es ein Bibliothekszimmer. Dieses Motiv bildet eine Klammer in dem lebensgeschichtlichen Interview, das mit dem Vorzeigen des Buches „Wunder der Kinderwelt“ endet, welches aus der Perspektive des kommunistischen Ungarn moderne Attraktionen der „westlichen“ Welt wie Disneyland und diverse Themenparks zeigt und mittels dessen die Interviewte sich als Kind die weite Welt vorstellte. Innerhalb der Migrationsbiografie stehen dieses Buch und generell das Lesen für die Freiheit der Vorstellungskraft, die sowohl die im realen Sozialismus eingeschränkte als auch die größere physische Bewegungsfreiheit in „Westen“ ein Stück weit relativiert.
Frau Schopf-Baloghs Vater erhielt als Programmierer bereits Mitte der 1980er Jahren einen Job in Wien und, als sein Vertrag verlängert wurde, zog die Familie nach. Die adoleszenten Kinder sprachen kein Wort Deutsch und der Ortswechsel zerbrach, jenseits der Kontinuitäten im familiären Raum, erst einmal alle erworbenen Fähigkeiten und Positionen der Jugendlichen. Mit großer Anstrengung und viel Fleiß konnten sie langsam im hiesigen Schulsystem und in der Gemeinschaft Fuß fassen. Während die Mutter und beiden Schwestern nach Ungarn zurückgingen, studierte Andrea Schopf-Balogh in Wien und begann hier ihr erfolgreiches Berufsleben für den internationalen Lego-Konzern – beruflich transnational orientiert, andererseits aber auch immer mit einem intensiven Rückbezug nach Ungarn. Trotz ihres Bildungs- und beruflichen Erfolgs und ihrer vollständigen sozialen Integration in Österreich erlebte sie in verschiedenen Momenten die Beschwernisse einer Immigrantin.

Die drei Phasen des Interviews sind deutlich ausgeprägt und unterstreichen den Charakter der partizipativen Interviewprojekts, in dem Schüler*innen und Studierende ihre anderen als deutschen Erstsprachkenntnisse einsetzen und ihr Verständnis für eine spezifische (post-)migrantische Community aktivieren können. Im ersten „narrativen“ Teil folgt die Interviewte, ohne durch Fragen unterbrochen zu werden, der inneren Logik ihrer lebensgeschichtlichen Erzählung. Der zweite Teil des Interviews hingegen wird zu einem intergenerationellen Gespräch, das von den Erfahrungen zweier ungarisch-österreichischer Biografien handelt, mit einem Schwerpunkt auf der Sprachbiografie in allen Nuancen der „Zugehörigkeit“. Im dritten (optionalen) Teil wird über ein Bild oder einen persönlichen Gegenstand der Erinnerung gesprochen, in diesem Fall über das genannte Buch aus der Kindheit der Interviewten.
Übersetzt wurde das Interview exzeptionellerweise von der Interviewten selbst, nachdem diese gerne auf ihre Expertise als professionelle Übersetzerin und Dolmetscherin zurückgriff.
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