zurück

Navigation

Suchen

Oral-History-Interview mit Aynur

Mediathek

Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Vielsprachiges Gedächtnis der Migration

Information

Inhalt

„Aynur“ (Pseudonym) wurde 2024 von Sarah, einer Schülerin der Islamischen Fachschule für soziale Bildung (Wien) im Rahmen des Projekts „Vielsprachiges Gedächtnis der Migration“ interviewt (Institut für Kulturwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, unter der Leitung von Georg Traska, gefördert im Programm „Sparkling Science 2.0“ und finanziert vom BMBWF). Aynur erzählt vor allem auf Deutsch und wechselt in ihrem Erzählfluss einige Male, jeweils für wenige Minuten, ins Türkische. Das erste Mal geschieht dies, als sie von ihrer kulturellen und sprachlichen „Selbstentfremdung“ spricht und beklagt, dass sie nicht gut Türkisch spricht – was angesichts der türkischsprachigen Passagen ein wenig übertrieben erscheint – und noch schlechter Kurdisch.
Die lebensgeschichtliche Erzählung ist von ungewöhnlicher emotionaler Dramatik, sowohl inhaltlich wie auch in der narrativen Aktualisierung. Aynur berichtet von schwierigen familiären Verhältnissen und einer Kindheit im steirischen Ternitz, wo die „Gastarbeiter“-Familie rassistisch ausgegrenzt wurde. Sie erzählt von gescheiterten Bildungswünschen und der frühen „Flucht“ in die Ehe. Eine Schwester sei als Kind von einer „österreichischen“ Familie aufgenommen worden und erlebte jenen Erfolg, der ihr selbst versagt blieb. Ein weiteres Kontrastmotiv bilden die eigenen Kinder: einerseits der Sohn, der es im Leben ebenso schwer hat wie Aynur; andererseits die Tochter, in die Aynur alles investiert habe und die gewissermaßen ihren Traum von Studium und sozialem Aufstieg lebt. Das eigene Leben in Wien mit dem Beruf als Freizeitpädagogin stellt Aynur aber auch als Konsolidierung dar.

Download


Metadaten
Mediathek Logo