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Gespräch mit dem Schulbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchverleger Dr. Hubert Hladej, geb. 1942

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Zeitzeugen aus der Buchbranche

Katalogzettel

Titel Gespräch mit dem Schulbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchverleger Dr. Hubert Hladej, geb. 1942
Titelzusatz Buchmenschen erzählen
Urheber/innen und Mitwirkende Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Hladej, Hubert [Interviewte/r]
Datum 2026.03.26 [Aufnahmedatum]
Ort Furth, Klein-Wien [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Medien und Kommunikation ; Interview ; Printmedien ; Bildung und Schulwesen ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung Wien
20. Jahrhundert - 60er Jahre
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
Typ audio
Format DANSA [Digitale Ansichtskopie Audio]
DARCHA [Digitale Archivkopie Audio]
Sprache Deutsch
Gesamtwerk/Reihe Zeitzeugen aus der Buchbranche

Information

Inhalt

Hubert Hladej, geboren 1942, ist ein österreichischer Verlagslektor, Programmgestalter und Verleger, der insbesondere im Schulbuch- sowie im Kinder- und Jugendbuchbereich tätig war. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen im österreichischen Verlagswesen seit den späten 1960er-Jahren.

Hladej fand über frühe Leseerfahrungen und seine Tätigkeit beim Österreichischen Buchklub der Jugend Zugang zur Branche. Mit einer Dissertation zur österreichischen Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 setzte er sich früh mit einem wenig erschlossenen Forschungsfeld auseinander. Nach ersten Stationen im Buchhandel und im Vertrieb wechselte er in das Schulbuchlektorat des Verlags Jugend & Volk, wo er an der Entwicklung von Bildungsmedien beteiligt war.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf seiner Tätigkeit im Verlag Jugend & Volk, der im Eigentum der Stadt Wien stand. Hladej beschreibt kollektive Entscheidungsstrukturen sowie die enge Verbindung zwischen Verlag, Autorinnen und Autoren und bildungspolitischen Institutionen. Die Einführung der Schulbuchaktion 1972 führte zu einer Ausweitung der Produktion und veränderte die Rahmenbedingungen im Schulbuchbereich, insbesondere durch häufigere Aktualisierungen und eine stärkere Differenzierung des Angebots, etwa bei Sonderschulbüchern. Im Vergleich zu Deutschland entwickelte sich daraus eine stärker lehrplanorientierte Ausrichtung, wobei österreichische Schulbücher vor allem für ihre didaktische Aufbereitung geschätzt wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren der österreichischen Kinderliteratur sowie die Entwicklung verlegerischer Programme im Spannungsfeld von pädagogischem Auftrag und Marktorientierung. In diesem Zusammenhang hebt Hladej auch die Zusammenarbeit mit Autorinnen wie Christine Nöstlinger hervor, deren Werke für die Entwicklung eines modernen, realitätsnahen Kinder- und Jugendbuchprogramms prägend waren. Zugleich verweist er auf die zentrale Rolle ihrer Bücher im internationalen Lizenzgeschäft für die wirtschaftliche Basis des Verlags. Mit seinen späteren Tätigkeiten im Jungbrunnen Verlag und im Bohmann Verlag sowie der Gründung der Kinder- und Jugendbuchmarke Dachs verlagerte sich sein Arbeitsfeld zunehmend in Richtung unternehmerischer Verantwortung.

Das Gespräch zeigt die Entwicklung des österreichischen Schulbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchverlagswesens im Zusammenspiel von verlegerischer Praxis, Bildungspolitik und wirtschaftlichen Veränderungen und verdeutlicht den Wandel von kollektiv organisierten Strukturen hin zu stärker marktorientierten Organisationsformen.
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt. (Buchmenschen erzählen)
Schlagworte: Alfred Jelinek, Bildungspolitik, Bohmann Verlag, Bruno Kreisky, Buchhandel, Buchmarkt, Christine Nöstlinger, Dachs Verlag, Frankfurter Buchmesse, Helmut Leiter, Internationale Kinderbuchmesse Bologna, Jungbrunnen Verlag, Karl Bruckner, Kinder- und Jugendliteratur, Kurt Biak, Lektorat, Lizenzhandel, Nebenrechte, Österreichische Schulbuchaktion 1972, Österreichischer Buchhandel, Österreichischer Buchklub der Jugend, Österreichischer Bundesverlag, Programmgestaltung, Reformpädagogik, Richard Bamberger, Schulbuchverlag, UNICEF, Verlag Jugend und Volk, Verlagsökonomie, Verlagsorganisation, Verlagswesen.

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