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Oral History Interview mit Emelie S., 2. Termin

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Oral History Interview mit Emelie S. an drei Terminen

Katalogzettel

Titel Oral History Interview mit Emelie S., 2. Termin
Titelzusatz Geboren 1936 in Sankt Bartholomä / Lichtenegg (Steiermark): Zeitzeugin des Zweiten Weltkriegs, Saisonarbeiterin in der Schweiz, Varietétänzerin, Gastronomin, Pensionistin, Witwe
Urheber/innen und Mitwirkende S., Emelie [Interviewte/r]
Pregartner, Daniel [Interviewer/in]
Österreichische Mediathek [Produzent]
Datum 2026.05.11 [Aufnahmedatum]
Ort Graz [Aufnahmeort]
Schlagworte Gesellschaft ; Interview ; Alltag ; Familie ; Arbeitsbedingungen ; Landwirtschaft und Forstwirtschaft ; Bildung und Schulwesen ; Ernährung ; Freizeit ; Kinder und Jugend ; Religion ; römisch - katholische Kirche ; Senioren ; Tanz ; Tiere ; Tod ; Unterhaltungsveranstaltung ; Zweiter Weltkrieg ; Kriegsgefangenenlager, Zwangsarbeitslager
Örtliche Einordnung Schweiz
Iran
20. Jahrhundert - 30er Jahre
20. Jahrhundert - 40er Jahre
20. Jahrhundert - 50er Jahre
20. Jahrhundert - 60er Jahre
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
21. Jahrhundert - 10er Jahre
21. Jahrhundert - 20er Jahre
Typ audio
Format DANSA [Digitale Ansichtskopie Audio]
DARCHA [Digitale Archivkopie Audio]
Gesamtwerk/Reihe Oral History Interview mit Emelie S. an drei Terminen

Information

Inhalt

Gesprächsthemen: Graz – St. Bartholomä – Kindheit – Jugend – Alter – Familie – Tod – Mutter -Vater – Landwirtschaft – Nachkriegszeit – Zweiter Weltkrieg – Saisonarbeit – Bern – Selbstversorger – Markt – Verkauf – Kriegsgefangener – Varieté – Tänzerin – Tournee – Gastronomin – Selbstständigkeit – Weinstube – Gasthaus – Umzug – Ablöse – Enteignung – Mobilität – Vespa – Führerschein – Dorfgemeinschaft – Volksschule – Stiefmutter – Tanzschule – Teheran – Beirut – Schah – Auftritt – Bauernhof – Schulweg – Kirche – Serviererin – Lungenentzündung – Kriegsverletzung – Hamstern – Revuebar – Ehe – Hausbau – Camping – Gefangenenlager – Wohnen – Stromeinleitung – Wäschewaschen – Einzelkind – Religion – Tiere – Schlachten – Schlachten – Lebensmittellagerung – Erstkommunion – Firmung – Weihnachten – Ostern – Geburtstag – Aufbahrung – Trinkgeld – Schweiz – Freizeit – Pension – Aufenthaltsbewilligung – Arbeitsbewilligung – Mode – Show – Hochzeit
ZUSAMMENFASSUNG DES INTERVIEWS / KURZBIOGRAFIE
Emelie S. wuchs als Einzelkind in einer kleinen Gemeinde in Graz-Umgebung auf, wo die Eltern eine kleine Landwirtschaft hatten, die die einzige Einkommensquelle darstellte. Schon früh lernte sie den Umgang mit Geld, indem sie regelmäßig mit ihrer Mutter am Bauernmarkt in Graz die Erträge der Landwirtschaft verkaufte. Hungern mussten sie nie, Geld gab es aber nicht im Überfluss. Die Dorfgemeinde hielt zusammen und half sich immer genseitig.
Ihre Schuldbildung war nur sehr rudimentär – acht Jahre Volksschule – und auch das Erlernen eines Berufs war ihr nicht möglich. Im Alter von 14 starb ihre Mutter plötzlich, wodurch sie zunächst mit ihrem Vater alleine lebte, bis sich dieser wiederverheiratete. Das Auskommen mit der Stiefmutter war nicht optimal und Emelie S. entschloss sich im Alter von 17 Jahren als Serviermädchen in die Schweiz zu gehen. Diesen Beruf übte sie mehrere Jahre lang an unterschiedlichen Orten in der Schweiz aus und konnte sich dadurch etwas zusammensparen. Durch eine Tanzschule in Bern kam es dazu, dass sie sich einer Tourneetruppe anschloss und mit dieser in Varietés ganz Europa unterwegs war. Es folgten auch Soloauftritte in teilweise - für damalige Verhältnisse – gewagten Outfits. Highlight ihrer Showkarriere war ein Auftritt im Sommerpalast des Shahs in Teheran.
Der Tod ihres Vaters führte sie dann wieder zurück in die elterliche Landwirtschaft, die in weiterer Folge verkauft wurde. Sie lernte ihren Mann kennen, mit dem sie fast 60 Jahre lang verheiratet war, und mit dem sie jahrelang als Saisonarbeiterin in der Schweiz tätig war. Sie bauten ein Haus in Graz und führten dort ein eigenes Weinstüberl; diesen Besitz musste sie vor wenigen Jahren an die Stadt Graz abtreten, wodurch sie nun eine Wohnung im neuen Stadtteil Reininghaus bewohnt und hier im Alter von 90 Jahren ein noch sehr agiles Leben führt.

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