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Gespräch mit dem Buchhistoriker, Radiomann und Büchersammler Reinhard Wittmann, geb. 1945

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Dieses Medium ist Teil des Gesamtwerks Zeitzeugen aus der Buchbranche

Katalogzettel

Titel Gespräch mit dem Buchhistoriker, Radiomann und Büchersammler Reinhard Wittmann, geb. 1945
Titelzusatz Buchmenschen erzählen
Urheber/innen und Mitwirkende Schnepf, Michael [Interviewer/in]
Wittmann, Reinhard [Interviewte/r]
Datum 2026.07.08 [Aufnahmedatum]
Ort Fischbachau [Aufnahmeort]
Schlagworte Literatur ; Medien und Kommunikation ; Interview ; Printmedien ; Unveröffentlichte Aufnahme
Örtliche Einordnung München
Deutschland
Österreich
20. Jahrhundert - 70er Jahre
20. Jahrhundert - 80er Jahre
20. Jahrhundert - 90er Jahre
21. Jahrhundert - Nullerjahre
Typ audio
Format DANSA [Digitale Ansichtskopie Audio]
DARCHA [Digitale Archivkopie Audio]
Sprache Deutsch
Gesamtwerk/Reihe Zeitzeugen aus der Buchbranche

Information

Inhalt

Reinhard Wittmann, geboren 1945, ist ein deutscher Buchhistoriker, der die Geschichte des Buchhandels und Verlagswesens wissenschaftlich erforschte und über Jahrzehnte auch in der Literaturvermittlung im Rundfunk tätig war. Im Zeitzeugeninterview schildert er seinen beruflichen Weg und zentrale Entwicklungen der Buchgeschichtsschreibung, des Verlagswesens und der Literaturvermittlung seit den 1960er-Jahren.

Wittmann studierte in München Germanistik und Philosophie und fand über den Verlagsmann und Honorarprofessor Herbert G. Göpfert zur Buchgeschichte. 1971 promovierte er über Buchhändlerzeitschriften des späten 18. Jahrhunderts. Parallel dazu arbeitete er bereits als Student für den Bayerischen Rundfunk, 1975 wechselte er in dessen Literaturabteilung, die er später leitete. Wittmann beschreibt die Bedeutung des Rundfunks für die Literaturvermittlung, insbesondere durch umfangreiche Lesungen mit Autoren und Sprechern wie Elias Canetti, Herta Müller, Christian Brückner und Helmut Qualtinger, sowie den späteren Bedeutungsverlust von Literatur im Radioprogramm.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Buchgeschichte als wissenschaftlichem Forschungsfeld. 1974 wurde Wittmann in die Historische Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels aufgenommen, deren Vorsitz er von 1982 bis 1989 innehatte. Er schildert ihre personelle Erneuerung und die Bemühungen um eine umfassende „Geschichte des Deutschen Buchhandels“. Aus einer eigenen Vorlesungsreihe entstand seine erstmals 1991 erschienene „Geschichte des Deutschen Buchhandels“, die sich zu einem vielfach genutzten Standardwerk entwickelte und in vier Auflagen fortgeschrieben wurde.

Wittmann gehörte der unabhängigen Historischen Kommission zur Untersuchung Bertelsmanns im Nationalsozialismus an, die unter anderem dessen führende Stellung bei den Feldpostausgaben untersuchte. Anhand seiner Arbeiten über Metzler, Hanser und Oldenbourg beschreibt er zudem sehr unterschiedliche Bedingungen historischer Verlagsforschung – von fehlenden oder ungeordneten Archiven bis zu professionell erschlossenen Beständen.

Das Gespräch verbindet Erfahrungen aus Rundfunk und Wissenschaft mit der Entwicklung der Buchgeschichtsschreibung und dem Wandel im Umgang der Verlage mit ihrer eigenen Geschichte. Wittmann thematisiert dabei auch die Digitalisierung des Buchmarkts, den Umgang mit Verlagsarchiven und die schwindenden institutionellen Ressourcen für buchhistorische Forschung.
Das Interview ist Teil des Oral History-Projekts „Buchmenschen erzählen", das Erinnerungen zentraler Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Literatur- und Buchbetriebs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ziel des Projekts ist es, Arbeitsweisen, Netzwerke und Entscheidungsprozesse aus erster Hand festzuhalten. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und in der Österreichischen Mediathek sowie im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Initiiert wurde das Projekt von Michael Schnepf, Mitgründer und langjähriger Mitherausgeber des Magazins Buchkultur, der alle Gespräche selbst führt. (Buchmenschen erzählen)
Schlagworte: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Bayerischer Rundfunk, Berthold Hack, Bertelsmann, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Buchgeschichte, Buchhandelsgeschichte, Buchwissenschaft, Carl Hanser Verlag, Digitalisierung, Elias Canetti, Erdmann Weyrauch, Herbert G. Göpfert, Hans-Karl von Kupsch, Historische Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Literatur im Rundfunk, Literaturlesung, Literaturvermittlung, Nationalsozialismus, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, R. Oldenbourg Verlag, Verlagsarchive, Verlagsgeschichte, W. Robert Müller

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