Imperialismus bis 1914

Die Welt vor dem Ersten Weltkrieg befand sich Großteils im Besitz einiger Kolonialmächte. So war Afrika, bis auf Äthiopien und Liberia, zwischen sieben europäischen Staaten aufgeteilt.

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Henry Morton Stanley und sein Adoptivsohn Kalulu im Jahr 1872 ©
Henry Morton Stanley und sein Adoptivsohn Kalulu im Jahr 1872
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Imperialismus vor dem Ersten Weltkrieg
Die drohende Aufteilung Chinas durch die Großmächte - Karikatur ©
Die drohende Aufteilung Chinas durch die Großmächte
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Chin Chin Chinaman
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Philippinisch-Amerikanischer Krieg 1899-1902 ©
Philippinisch-Amerikanischer Krieg 1899-1902
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Empire Day Record – God Save the King

Aufnahme vom Empire Day 1923.

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  Slatin Pascha - Rudolf Carl von Slatin ©
Slatin Pascha
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Das abenteuerliche Leben des k.u.k.-Geheimrates Rudolf Slatin im Dienste Ihrer Majestät Viktoria im Sudan
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Der Tod von General Gordon im Sudan 1879 ©
Der Tod von General Gordon

Das Deutsche Reich fühlte sich im Rennen um einen "Platz an der Sonne" benachteiligt. Die deutschen Kolonialbesitzungen waren in Wahrheit Überlassungen durch die großen Kolonialmächte, die zu einer zunehmenden Verstimmung zwischen Frankreich, England und Deutschland führten. Die Rivalitäten zwischen den großen Kolonialmächten England, Frankreich und Russland trugen zum Verhältnis der Staaten untereinander vor 1914 stark bei. Großbritannien erschien ein gutes Verhältnis mit Frankreich und Russland wichtiger, als ein gutes Verhältnis zum Deutschen Reich. Frankreich und Russland konnten direkt imperiale Interessen Londons bedrohen, Deutschland weit weniger.

Kolonialismus und Imperialismus wurden aber auch als der weltweite Kulturauftrag der "Weißen Rasse" verstanden. "The White Man’s Burden" – nach dem Gedicht von Kipling – als Mission, ja eigentlich als Pflicht und Bürde Europas und der USA, die Welt zu "zivilisieren", ob die Welt nun wollte oder nicht.

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Empire Day Message: To the boys and girls of the British Empire
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Afrika 1914 - Aufteilung unter die Kolonialmächte mit Ausnahme von Liberia und Äthiopien ©
Afrika 1914

The White Man’s Burden

 

Take up the White Man's burden—
Send forth the best ye breed—
Go bind your sons to exile
To serve your captives' need;
To wait in heavy harness,
On fluttered folk and wild—
Your new-caught, sullen peoples,
Half-devil and half-child.

Erste Strophe  – "The White Man’s Burden" – Rudyard Kipling 1899

Die Weltkarte erschien 1914 in anderen, in weniger Farben. Rot (oder Rosa) und Blau, die Farben des britischen und des französischen Kolonialreiches waren über den ganzen Globus verteilt. Das Reich des Zaren und das Osmanische-Reich erstreckten sich noch über sehr viel größere Gebiete als das heutige Russland und die Türkei. Portugal, Spanien und Holland hatten Besitzungen in Übersee. Italien, die USA, Japan, Belgien und das Deutsche Reich waren die Neulinge in der Riege der Kolonialmächte. Österreich-Ungarn war die einzige europäische Großmacht ohne Kolonien, dafür wurde eine Expansionspolitik am Balkan betrieben – die Okkupation 1878 und die Annexion 1908 von Bosnien-Herzegowina. Kolonien erfüllten mehrere Funktionen, sie dienten als Markt für die Industrieproduktion des Mutterlandes und gleichzeitig als Lieferant für billige Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte. Auch als möglicher Siedlungsraum für den eigenen Bevölkerungsüberschuss spielte der Kolonialbesitz eines Landes eine wichtige Rolle. Hier sei nur an die USA, Kanada, Australien und Neuseeland erinnert. Kolonien und Stützpunkte, über den ganzen Globus verteilt, garantierten auch Einfluss im geostrategischen Kräftespiel und sorgten für internationales Ansehen und ein gehobenes Selbstwertgefühl in den Mutterländern.

Cecil Rhodes als Kolonialriese - From Cairo to Capstadt - Karikatur ©
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The British Empire 1897 - Weltkarte mit Großbritanniens Kolonien ©
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Herbert Henry Asquith - Speech on the budget
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Robert Baden-Powell - Britischer Offizier im Burenkrieg und Gründer der Pfadfinder. ©
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Ansprache von Lord Baden-Powell an Boy-Scouts
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Ein Brite in Indien, dem von einem Diener die Füsse gewaschen werden, während ein zweiter Diener für Kühlung mit einem Fächer sorgt. ©
Ein Brite in Indien

China und Japan nahmen eine Sonderolle ein. Japan als junge Kolonialmacht versetzte die Welt in Staunen, besonders nach dem Sieg über Russland im Krieg von 1904/05. China galt als das riesige, alte Reich der Mitte, dessen Landmasse und Märkte begehrliche Blicke weckten, das für eine Kolonialmacht alleine aber ein zu großes Land war. Im Jahr 1900 erfolgt die Niederschlagung des chinesischen Boxeraufstandes durch ein gemeinsames Vorgehen aller Kolonialmächte. Die "Boxer" waren chinesische Patrioten, die das Land vom Einfluss der ausländischen Mächte befreien wollten, oder sie waren fanatische Horden – die leibhaftige "Gelbe Gefahr" – die mit allen Mitteln bekämpft werden musste – eine Frage des Standpunktes.

In der Welt vor dem Ersten Weltkrieg schien nichts auf ein künftiges, ja mögliches Ende der Kolonialreiche hinzudeuten. Das Gegenteil war der Fall, fast alle "weißen Flecken" der Weltkarte waren verschwunden und die Menschen in den Kolonien schienen sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben, oberflächlich betrachtet zumindest. Alle Aufstände, Revolten, Befreiungskämpfe waren gescheitert, auch wenn es Jahre, oder wie im Fall des Kalifats im Sudan Jahrzehnte gedauert hatte, bis die jeweilige Kolonialmacht obsiegte. Lediglich das Kaiserreich Abessinien hat sich erfolgreich gegen Italiens Kolonialträume zur Wehr gesetzt.

Vietnamesische Schwarzflaggen-Kämpfer im Dienst Frankreichs 1884/85 ©
Vietnamesische Schwarzflaggen-Kämpfer im Dienst Frankreichs 1884/85
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Suite Algerienne von Camille Saint-Saëns
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Angehörige der internationalen Truppe gegen die Boxer ©
Angehörige der internationalen Truppe gegen die Boxer
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On the road to Mandalay
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Der Delhi Durbar 1911. , Ein Durbar war ursprünglich eine indische Fürstenversammlung. Der Imperial Durbar, war eine Versammlung, die jeweils anlässlich der Krönung des britischen Monarchen zum Kaiser von Indien abgehalten wurde. ©
Der Durbar in Delhi 1911

Chronologie der Ereignisse