Die Dynastie

Die Person des Kaisers verkörperte das Reich. Seit 1848 war er nicht nur das Oberhaupt des Staates, sondern auch der Dynastie.

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Kaiser Franz Joseph I. ©
Kaiser Franz Joseph
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Stimmporträt von Kaiser Franz Joseph I. aus dem Jahre 1903
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Laut Verfassung lag das Zentrum der Macht beim Kaiser. Er war der Oberbefelshaber der Armee und bei ihm lag das Recht der Kriegserklärung. Von ihm wurden die Regierungen ernannt, er berief den Reichsrat ein und von ihm wurden die Gesetze sanktioniert. Gesellschaftlich lag bei ihm das Recht der Adelserhebung – ein Instrument, das auch Teile des vermögenden Bürgertums mental an das Kaiserhaus band. Die Verbindungen zwischen Kaiser und Kirche waren eng – das Herrscherhaus und die katholische Kirche waren tragende Säulen des Staates.
Die Person des Kaisers Franz Joseph I. erschien schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wie eine Figur aus einer anderen Zeit – und das nicht nur aufgrund der langen Regierungsdauer. Reformen im Reich fanden nur zögerlich statt; neuen Strömungen, seien sie (gesellschafts-)politisch oder kulturell, stand der alte Monarch misstrauisch gegenüber.
Der Mythos des Kaisers entstand auch aus einer Distanz – Begegnungen des Kaisers mit dem Volk, aber auch innerhalb der Familie hatten den Nimbus einer Begegnung mit "Gottvater" (so z. B. in der Erinnerung Otto Habsburgs).  Nahekommen konnte man der Persönlichkeit des Herrschers nicht, eine Medienpräsenz in unserem heutigen Verständnis war – allein aufgrund der damaligen technischen Möglichkeiten – nicht gegeben: So existierte z. B. bis 1915 keine veröffentlichte Tonaufnahme des Kaisers (die Tondokumente aus den Jahren 1901 und 1903 wurden nicht publiziert).

Der Thronfolger Erzherzog Ferdiand und seine Familie ©
Thronfolger Franz Ferdinand und Familie
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Seine Majestät Kaiser und König Franz Josef I. hat am 14. Dezember 1915 im kaiserlichen Schlosse zu Schönbrunn diese Platte zu Gunsten des k.k. Österreichischen Militär-Witwen- und -Waisenfonds besprochen
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Die königliche Kunst - Drei Alchemisten am Hof Kaiser Franz Josephs - 2. Teil
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1914 stand Kaiser Franz Joseph schon seit über 65 Jahren an der Spitze des Reiches. "Von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich, König von Ungarn und Böhmen" usw. herrschte er über einen Vielvölkerstaat, der am Vorabend des Ersten Weltkriegs vor allem auch durch seine Person zusammengehalten wurde.

Die Fahne des österreichischen Kaisertums ©
Die Fahne des österreichischen Kaisertums
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"Gott erhalte, Gott beschütze" - Volkshymne
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Nicht nur im Staatsgefüge, auch innerhalb der kaiserlichen Familie hatte Franz Joseph eine patriarchale Stellung inne – der Hof und die Hofgesellschaft waren und blieben traditionell – was nicht in diese Strukturen passte, wurde sanktioniert. Prominentestes Beispiel war der Thronfolger Franz Ferdinand wegen seiner morganatischen (also nicht standesgemäßen) Ehe; die Kinder aus dieser Verbindung waren von der Thronfolge ausgeschlossen, die Thronfolge sollte an Erzherzog Karl gehen – eine Möglichkeit, die bis zum 28. Juni 1914 allerdings erst in ferner Zukunft eintreten hätte sollen. Der Thronfolger, Franz Ferdinand, genoss in der öffentlichen Meinung weit weniger Popularität als der Kaiser. Politisch und menschlich standen sich die beiden nicht nahe; Franz Joseph hielt den Thronfolger von den Regierungsgeschäften – ausgenommen Militärangelegenheiten – weitgehend fern.

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Kaiser Franz Joseph – Stimmportrait hergestellt bei der Vorführung des Poulsenschen "Telegraphons" in Wien
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Erzherzog Karl und seine Gemahlin Zita von Bourbon-Parma ©
Erzherzog Karl und Zita

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