Die Westfront

Die Westfront war seit Herbst 1914 erstarrt, alle Offensiven 1915 und auch der Einsatz von Giftgas konnte daran nichts ändern. Wie sollte der Krieg aber gewonnen werden, von dem die Generäle beider Seiten überzeugt waren, dass der Sieg nur an der Westfront errungen werden konnte?

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Deutscher Soldat mir Gasmaske ©
Deutscher Soldat mit Gasmaske
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Ein Lächeln für die Kamera
Der französische General Petain ©
General Philippe Pétain
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Sommeschlacht - Eroberung des zerstörten Dorfes Curlu durch französische Truppen
Deutsches 38 cm Eisenbahngeschütz "Langer Max" ©
Eine Granate mit Kartusche des 38 cm Eisenbahngeschütz "Langer Max", im Hintergrund das Geschütz, beim Beschuss von Verdun
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La Madelon
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Französische Truppen an der Westfront

Die Brussilow-Offensive an der Ostfront, ab dem 4. Juni, erzwang zuerst den Abbruch der im Mai begonnen österreich-ungarischen Offensive in Südtirol, danach aber auch die Einstellung der deutschen Angriffe vor Verdun.  Nach Rumäniens Kriegseintritt, am 27. August 1916, bildete sich eine Front hoher deutscher Politiker und Offiziere gegen Falkenhayn. Sie warfen Ihm vor, die Zeichen an der Wand nicht erkannt zu haben. Auch der Kaiser, der Falkenhayn dem Duo Hindenburg/Ludendorff bei weitem vorzog, gab nun nach. Er nahm am 28. August Falkenhayns Rücktritt als Generalstabschef an. Falkenhayn war danach als einer der Kommandeure beim Gegenangriff auf Rumänien sehr erfolgreich.

Die 3. Oberste Heeresleitung, gebildet von Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg und Generalquartiermeister Erich von Ludendorff, übernahm nun die Leitung des deutschen Militärs. Dabei verstanden es Hindenburg und Ludendorff ihre Position immer mehr zu einer Militärdiktatur über Deutschland, aber auch über die Verbündeten, auszubauen.

Was Falkenhayn bei Verdun erreichte, war eine Schwächung der bisher sakrosankten Stellung des französischen Generalstabschef Joseph Joffre, der schließlich am 13. Dezember seinen Posten verlor. Joffre wurde durch General Robert Nivelle, einer der beiden Generäle, die durch die Schlacht von Verdun in die erste Reihe des französischen Militärs rückten, ersetzt. Der andere war General Philippe Pétain, er wurde noch im Februar 1916 Kommandant der Verteidigung von Verdun. Als der deutsche Angriff praktisch gestoppt war, wurde Pétain im Mai wurde von General Nivelle abgelöst und zum Kommandanten der Heeresgruppe Mitte wegbefördert. Pétain war kein Jünger der Offensive bis zum Exzess. Nivelle dagegen hatte mit gut geplanten und klar begrenzten Gegenangriffen echte Erfolge vor Verdun, die Rückeroberung der Festungen Douaumont und Vaux galten als seine Meisterstücke. Nivelle glaubte, die „Formel“ für den Sieg gefunden zu haben. Pétain wurde für seine Worte im März 1916 bekannt „Courage! … On les aura!“ – „Mut! … Wir kriegen sie!“. Nivelle für das Ende seines Tagesbefehls vom 23. Juni 1916 „Ils ne passeront pas! – „Sie werden nicht durchkommen!“. Beide Männer sollten in der Zukunft für Frankreich, der eine für Monate, der andere für Jahre, noch von größter Wichtigkeit sein.

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Deutsche Gefangene an der Westfront
Ein Verwundeter britischer Soldat wird geborgen ©
Somme - Bergung eines britischen Schwerverwundeten
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Britische Truppen an der Westfront
Deutsche Somme-Kämpfer ©
Deutsche Somme-Kämpfer
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Pariser Einzugsmarsch
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Verwundete britische und deutsche Soldaten in der Somme-Schlacht ©
Britische Verwundete und ein deutscher, ebenfalls verwundeter, Gefangener.
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The British Army - Fantasie - 1. Teil - Einleitung
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The British Army - Fantasie - 2. Teil
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Schweres brtisches Geschütz beim Feuern ©

Britisches 6 inch Geschütz

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The British Army - Fantasie - 3. Teil
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The British Army - Fantasie - 4. Teil
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In der Somme-Schlacht sollte eine neue Waffe, die seither nicht mehr vom Schlachtfeld wegzudenken ist, ihren ersten Einsatz haben. Am 15. September griff die britische Armee mit Panzern an. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit großen Wassertanks wurden Panzer im Ersten Weltkrieg allgemein – auch auf deutscher Seite – „Tanks“ genannt. Bewaffnete und auch gepanzerte Kraftfahrzeuge gab es zu diesem Zeitpunkt in praktisch allen großen Armeen, aber diese „Panzer-Autos“ waren auf gute Wege und Straßen angewiesen und diese existierten in den Kraterlandschaften der Westfront nicht. Die Idee einer Kombination aus Verbrennungsmotor, Raupenketten, Panzerung, Kanonen und Maschinengewehren als Angriffswaffe ging schon seit längerem durch die Köpfe von Erfindern und Militärs. Es bedurfte aber einer weiteren Kombination aus anderen Fakten – Stacheldraht, Maschinengewehr, Schützengraben, Artillerie und Kraterlandschaft – die die Umsetzung dieser Idee zu einer aus damaliger Sicht militärischen Notwendigkeit werden ließ. Der Tank sollte über die verwüstete Landschaft und die Schützengräben, vor allem aber die Stacheldrahthindernisse rollen können. Gleichzeitig sollte er genügend Schutz für seine Besatzung und die technischen Innereien bieten, um am Schlachtfeld einsatzbereit zu bleiben, und genügend Waffen tragen, um die gegnerischen MG-Nester, Bunker und Artilleriestellungen bekämpfen zu können. Der Effekt der neuen Waffe war aber bei weitem nicht so groß wie erhofft. Die britischen Mark I Tanks waren technisch noch sehr unzuverlässig, langsam und gegen gegnerisches Feuer nicht annähernd so immun wie erhofft. Auch war ihre Zahl im September 1916 begrenzt, weswegen die Befürworter der neuen Waffe von einer Vergeudung sprachen. General Haig, der den vorzeitigen Einsatz befohlen hatte, wollte aber jede Möglichkeit ausschöpfen, um die Deutschen doch noch jetzt und hier, also 1916 an der Somme, zu schlagen. Großbritannien und Frankreich entwickelten unabhängig voneinander ihre Kampfwagen, das Deutsche Reich stieg erst spät und ohne großen Nachdruck in dieses Rüstungsrennen ein.   
Verdun und die Somme, zwei Namen, die vielleicht mehr als alle anderen die Schrecken des Ersten Weltkrieges in sich tragen. Zwei Schlachten, die das Geschehen an der Westfront 1916 völlig dominierten. Die Schlacht an der Somme kam am 18. November zu einem Ende, die Schlacht um Verdun endete offiziell am 19. Dezember. Das bedeutete aber keineswegs, dass nicht weiterhin an diesen Frontabschnitten gestorben wurde, nur eben in einem kleineren Rahmen. Der weiteste britische Geländegewinn an der Somme betrug ca. sieben Kilometer, vor Verdun endete die Schlacht mit der Zurückeroberung der beiden Forts durch die französische Armee. Beide Schlachten forderten über 600.000 Mann an Gefallenen und weit über eine Million Verwundete. Wenn es auf irgendeiner Seite der Westfront zu Jahresbeginn 1916 noch Hoffnung auf einen Sieg durch einen schnellen militärischen Durchbruch gegen hatte, so schien 1917 nur mehr von demselben endlosen Gemetzel zu verheißen.

Brtischer MK I Tank an der Westfront ©
Ein britischer Mark-I-Tank an der Somme

Die Entente hatte sich bei den Konferenzen von Chantilly, im Juli und Dezember 1915, auf eine koordinierte Vorgehensweise für 1916 geeinigt. Große, praktisch gleichzeitig begonnene Offensiven an der Westfront, im Osten und an der italienischen Front sollten den Mittelmächten den Vorteil der inneren Linie nehmen. Aber auch der deutsche Generalstab hatte sich einen Plan ausgedacht. Es war General Erich von Falkenhayn, der als Erster zuschlug.

Als am 21. Februar 1916 über 1200 deutsche Geschütze auf zehn Kilometern Angriffsbreite, darunter 30,5-cm-Skoda-Mörser, ein 38-cm-Eisenbahngeschütz und 42-cm-Krupp-Mörser, das Feuer eröffneten, begann die 303 Tag dauernde Schlacht um Verdun. Das Ziel des Angriffes war kein großer Frontdurchbruch, der Zweck des Unternehmens „Gericht“, so der vielsagende Deckname der Offensive, war die weitgehende Lähmung der französischen Armee. Frankreich sollte zu einer Schlacht gezwungen werden, in deren Verlauf die französischen Verluste, durch Gegenangriffe ins deutsche Artilleriefeuer, so hoch wären, dass eine dauerhafte Ermattung, eine Art von „Weißbluten“, erreicht werden sollte. So stellte es zumindest General Falkenhayn nach dem Krieg dar. 

Wenn dies tatsächlich das Ziel von Falkenhayn gewesen sein sollte, dann hatte der deutsche Generalstabschef seine Absicht dem deutschen Kronprinzen Wilhelm, als Kommandant des Frontabschnittes, sowie dessen Stabschef nur ungenügend vermittelt. Die Schlacht entwickelte eine immer größere Eigendynamik. Tatsächlich waren die deutschen Verluste kleiner als die französischen, aber der Unterschied war so gering, dass in Wahrheit beide Seiten immer anämischer wurden. Daran änderte auch die Eroberung der beiden Festungen Douaumont und Vaux nichts, oder der erstmalige Einsatz von Phosgen-Gas, einem Lungenkampfstoff, beim letzten deutschen Großangriff vor Verdun im Juni 1916.

Die Schlacht, die Woche für Woche, Monat für Monat ihren Fortgang nahm, hatte massive Auswirkungen auf die Kampfkraft und Moral beider Armeen. Die Kämpfer in den vordersten Löchern und Granattrichtern – durchgehende Stellungen gab es schon lange nicht mehr – bekamen ihren Feind seltener zu sehen als die Toten und Leichenteile, von denen sie umgeben waren. Ein französischer Offizier beschrieb in seinen Erinnerungen sehr drastisch, wie man die nach wenigen Tagen Fronteinsatz zurücktaumelnden Überlebenden in der Etappe bemerkte, noch bevor man sie sah. Grund war der infernalische Gestank, der den Männern, ihrer Kleidung und Ausrüstung anhaftete und ihnen vorauseilte. Durchschnittlich 10.000 Granaten und Minen gingen stündlich im Kampfgebiet von Verdun nieder. Insgesamt geht man von 50 bis über 60 Millionen verschossenen Granaten aus, die ca. 5 kg Stahlsplitter pro Quadratmeter hinterlassen haben.

Der französische General Nivelle ©
General Robert Nivelle
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Schlacht um Verdun - der zerstörte Eingang von Fort Douaumont
Fort Doaumont - 19. Februar 1916 - Luftbild ©
Fort Douaumont - Luftbild 19. Februar 1916
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Sommeschlacht - schwere französische Artillerie
Fort Doaumont - 10, Oktober 1916 - Luftbild ©
Fort Douaumont - Luftbild 10. Oktober 1916
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Schlacht um Verdun - Kriegsgefangene deutsche Soldaten, französische Truppen am Weg an die vorderste Front, französischer Nachschub
Der französische Hauptmann Raynal ©
Colonel Sylvain Eugène Raynal
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Colonel Raynal - Une page de la Bataille de Verdun - Eine Seite der Schlacht von Verdun
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Fieldmarshall Haig ©
Douglas Haig, 1. Earl Haig
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Schwere britische Artillerie mit Holt-Traktoren

Am 1. Juli 1916 um ca. 07:30 Uhr begann der Infanterieangriff der seit Chantilly geplanten großen Offensive der Entente an der Somme. Nach einem 7-tägigen Trommelfeuer traten die britischen Divisionen von Horatio Herbert Kitcheners „New Army“ zu ihrer ersten großen Schlacht an. Den Oberbefehl über das Britische Expeditionskorps (BEF) hatte seit Dezember 1915 General Douglas Haig. Das Schwergewicht der Offensive hätte eigentlich bei der französischen Armee liegen sollen, aber die Schlacht von Verdun hatte die französischen Kräfte massiv gebunden. Es waren nun 13 britische und sechs französische Divisionen die vorgingen. Ursprünglich hätten bis zu 40 französische Divisionen an der Offensive teilnehmen sollen.
 
Für die britische Armee wurde der 1. Juli zum dunkelsten Tag ihrer langen Geschichte. Von ca. 120.000 Soldaten die vorwärts gingen – Sturmgepäck und sonstige Ausrüstung wogen über 30 kg pro Mann, an Laufen war also nicht wirklich zu denken – fielen 20.000 und fast 40.000 wurden verwundet. Die französischen Verluste beliefen sich insgesamt auf 7.000 Mann, ein Beweis dafür, dass die Franzosen nicht mehr bis zum Exzess und darüber hinaus angriffen. Die deutschen Verluste betrugen ca. 10.000 Mann, inklusive der Zeit des Trommelfeuers. 60.000 Mann an britischen Verlusten, die meisten innerhalb der ersten halben Stunde, konnten Haig nicht davon abhalten, die Schlacht fortzusetzen. Es galt auch die britischen Versprechen gegenüber Frankreich, eine größere Last im Krieg zu übernehmen, umzusetzen. Wie bei Verdun wechselten sich an der Somme Angriff und Gegenangriff unaufhörlich ab. Die Artillerie verwandelte Dörfer, Felder, Wiesen und Wälder in eine Mondlandschaft, voll der sterblichen Überreste der Soldaten. War doch das einzige, das unaufhaltsam stieg, die Zahl der Toten, Vermissten und Verwundeten.

Das völlig zerstörte Dorf Beaumont Hamel - Somme-Schlachtfeld ©
Das Dorf Beaumont-Hamel nach der Eroberung durch britische Truppen in der Sommeschlacht
Ein britischer 9,2 inch Howitzer, eine schwere Haubitze ©
Britische 9,2 inch - 30,5 cm im Einsatz Haubitze an der Somme
Brtischer MK I Tank an der Westfront ©
Mark-I-Tank an der Somme
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Flammenwerfer

Chronologie der Ereignisse