Die Italienfront

Italiens Kriegseintritt konnte das Schicksal Österreich-Ungarns, ja das der Mittelmächte besiegeln.

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Die Verluste der Donaumonarchie im bisherigen Kriegsverlauf ließen es fraglich erscheinen, ob der italienischen Angriff auf­zu­halten war. Aber zwischen der Kriegserklärung und der ersten Groß-Offenisve verstrich viel Zeit, für Italien eine Katastrophe, für die k. u. k. Armee die nötige Atempause für den Aufbau einer ersten Abwehr.  Wortbruch und Verrat waren wohl die zwei Wörter, die den meisten Menschen in Österreich-Ungarn nach dem 23. Mai zu Italien einfielen. So gelang es Italien die vielen Völker der Monarchie noch einmal hinter ihrem Kaiser zu vereinen, zumindest gegen Italien.

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Mir san die Kaiserjäger
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Österreich-ungarische Handgranatenwerfer ©
Handgranaten
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Andreas-Hofer-Marsch
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Der Vierbund - eine Propagandapostkarte der Mittelmächte ©
Gott strafe das treulose Italien!
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Alla croce di Savoia
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Italiener bringen im Mannschaftstransport ein schweres Geschütz auf einen Berg ©
Schwere italienische Artillerie im Gebirge
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Die Südfront – Der italienische Kriegsschauplatz 1915

Wenn durch den Kriegseintritt Italiens tatsächlich eine Entscheidung zu Gunsten der Entente möglich war, so verspielte Italiens Oberbefehlshaber General Luigi Cadorna diese Möglichkeit. Die erste Isonzoschlacht begann erst am 23. Juni und die erste Offensive im Hochgebirge sogar erst Anfang August 1915. Über ein Monat verstrich zwischen der Kriegserklärung und der ersten ernsthaften Offensive, ein Monat, der von der k.u.k. Armee in bemerkenswerter Weise genutzt wurde. Standschützenbataillone, Einheiten aus den zu jungen und zu alten, bildeten eine dünne Front im Hochgebirge und im Karst vor Triest trafen Truppen im Eiltempo aus dem Osten ein. Das schwierige Gelände bot der Verteidigung Vorteile, aber das alleine war nicht der Grund für das Scheiteren der italienischen Offensiven. Die italienische Armee war unerfahren und musste nun, so wie die k.u.k. Armee im Jahr zuvor, blutiges Lehrgeld bezahlen. Aber ein weiterer Punkt spielte bei den Abwehrerfolgen des Jahres 1915 eine große Rolle. Italien wurde von praktisch allen, Angehörigen des Habsburgerreiches als Erzfeind und nun auch noch als Verräter empfunden. Diese Einschätzung galt sogar für einen Teil der italienischen Bevölkerung Österreich-Ungarns. Dass sich ganze Regimenter dem Feind geschlossen ergaben, wie dies an der Ostfront vorkam, war ein an der italienischen Front unbekanntes Ereignis.

Zwei Schauplätze waren für diese neue Front charakteristisch – der hochalpine Bereich, von den Dolomiten, über die karnischen bis zu den julischen Alpen, und das Karstgebiet entlang des Isonzo, besonders im Unterlauf. Beide Frontabschnitte stellten sowohl Angreifer als auch Verteidiger vor ungeahnte Probleme. Die bloße Versorgung von Stellungen, die zum Teil über 3000 Meter hoch lagen, Schnee, Eis, Lawinen, Steinschlag und Temperaturen unter –30 °C im Winter, der Stellungsbau im bloßen Felsen, die Wasserversorgung im Karst, die schreckliche Potenzierung der Wirkung von Artilleriebeschuss durch Steinsplitter am ganzen Kriegsschauplatz, all das gab der neuen Front ihre eigenen Schrecken. Insgesamt vier Isonzoschlachten fanden bis in den Dezember 1915 statt – vier Mal griffen italienische Truppen, zum Teil mit todesverachtendem Mut, die österreich-ungarischen Stellungen im Karst an. Alleine diese vier Schlachten kosteten die gegnerischen Seiten über 300.000 Mann an Toten, Vermissten, Verwundeten und Gefangenen. Italiens Opfer, als Angreifer, waren um einiges größer als die Verluste der k.u.k. Truppen in der Verteidigung. Aber Österreich-Ungarn kämpfte noch an weiteren Fronten und vorerst war von deutscher Seite an dieser Front überhaupt keine Unterstützung zu erwarten. Am 27. August, allerdings 1916, erklärte Italien dem Deutschen Reich den Krieg und erst im Herbst 1917 kam es anlässlich der 12. Isonzoschlacht zu einem massiven Einsatz deutscher Truppen.

Svetozar Boroević von Bojna, der kroatisch-serbische österreich-ungarische Befehlshabe der Isonzofront ©
Svetozar Boroević
Österreich-ungarische Propagandapostkarte zur Kriegsweihnacht 1915 ©
Kriegsweihnacht 1915

Als Italien am 23. Mai 1915 der Donaumonarchie den Krieg erklärte, nicht dem Deutschen Reich oder der Türkei, schien sich eine weitere dunkle Prophezeiung von Conrad von Hötzendorf zu bestätigen. Der k.u.k. Generalstabschef hatte vor 1914 beständig einen Präventivkrieg gegen Serbien und Italien gefordert. Der serbische Geheimdienst ließ den Thronfolger ermorden und Italien fiel Österreich-Ungarn Mitten im Krieg in den Rücken, obwohl es eigentlich durch den Dreibund ein Verbündeter war.

Der Grund für Italiens Kriegseintritt auf Seiten der Entente lag einfach darin, dass Paris, London und Sankt Petersburg Gebietsversprechungen machen konnten, die für die Donaumonarchie unmöglich waren. Dass die Führer der Entente dabei wenig, eigentlich gar keine Rücksicht auf Belgrad nahmen, störte wiederum Rom gar nicht. “Sacro egoismo” - „Heiliger Egoismus“ war Italiens Schlagwort der Stunde.

Bei einer nüchternen Betrachtung der Fakten und Zahlen schien das Schicksal der Mittelmächte besiegelt. Italiens Marine, zusammen mit der Frankreichs, beherrschte das Mittelmeer. Die Straße von Otranto bot sich förmlich für eine Blockade der Adria an. Italiens Armee hatte bei der Generalmobilmachung 1914 eine Kriegsstärke von über 1 Million Mann. Was sollte, was konnte Österreich-Ungarn dieser Macht entgegenstellen?

Der französische General Joffre und der italienische General Cadorna ©
Cadorna und Joffre
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Weihnachten im Felde
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Der Verlauf der Isonzofront auf einer Karte ©
Verlauf der Front am Isonzo 1915
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Bella Italia
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Bersaglieri-Marsch
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Ein italienischer Bersaglieri ©
Ein italienischer Bersaglieri

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