Auch im dritten Kriegsjahr unterschied sich der Spielplan der k. u. k. Hofoper kaum von dem in Friedenszeiten - wenn man von den spielfreien Tagen nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. im November 1916 absieht.
Was die Auswahl des Repertoire betraf, kann man an dem, was täglich auf der Bühne der Hofoper zu hören und zu sehen war, keine Verbindungen zum aktuellen Kriegsgeschehen ablesen.
Neben dem deutschen Repertoire - das man sich vielleicht aus patriotischen Gründen aus dieser Zeit erwarten könnte - standen auch weiterhin italienische und französische Opern am Spielplan und fanden den Beifall des Publikums.
Auch an den Besetzungen hat sich in den Kriegsjahren bisher wenig geändert und so boten Aufführungen mit Lotte Lehmann, Selma Kurz, Maria Jeritza, Alfred Piccaver, Richard Mayr und Erik Schmedes die Gelegenheit zu einer allabendlichen Flucht aus der Kriegsrealität. Das zu einer Zeit, als es aufgrund der zunehmenden Lebensmittelknappheit zu weiteren Rationierungen und einer Verschlechterung der Versorgungslage der Zivilbevölkerung kommt oder in der mit der behördlichen Requirierung von Metallgegenständen in privaten Haushalten die Kriegsführung unterstützt wird.
Die Einspielungen auf dieser Seite sind Schellackaufnahmen aus dem Archiv der Österreichischen Mediathek (keine Live-Mitschnitte) und spiegeln den Spielplan der Hofoper und die damaligen Besetzungen des Jahres 1916 wider.